Autoportraits

Von Rembrandt zum Selfie

Musée des Beaux-Arts de Lyon
26. März – 26 Juni 2016

Das Selbstbildnis ist eine Kunstgattung für sich. Es vermittelt Informationen nicht nur über den Stil der jeweiligen Kunstepochen, sondern auch über die Persönlichkeit des Künstlers und dessen gesellschaftlichen und geschichtlichen Umfeld. Im digitalen Zeitalter ist der Rückblick auf die Tradition des Selbstbildnisses besonders aktuell, da in den letzten Jahren die weltweite Verbreitung der Smartphones zur Entstehung eines gesamtgesellschaftlichen Phänomens geführt hat: nämlich der Aufnahme von Selfies.

Antoine Duclaux, Rast der Künstler am Ufer der Saône, 1824 © Lyon MBA – Photo Alain Basset
Simon Vouet, Selbstporträt, um 1626 © Lyon MBA – Photo Alain Basset
Ernst Ludwig Kirchner, Der Maler (Selbstbildnis), 1920 © bpk / Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Jean Carriès, Der Krieger, 1881 © Lyon MBA – Photo Alain Basset

Mehr als 130 Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafiken, Fotos, Plastiken und Videos aus der Zeit zwischen der Renaissance und dem 21. Jahrhundert werden in der Ausstellung gezeigt. Die meisten Werke entstammen den reichen Sammlungen der drei Partnermuseen, während andere Leihgaben von Lyoner Privatsammlern, dem ZKM Karlsruhe und dem Musée d’art contemporain de Lyon sind. Die Ausstellung hinterfragt die künstlerische Praxis, definiert die Typologie des Selbstportraits und unterstreicht die Besonderheiten dieser Kunstgattung. Sie zeigt die Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten, von inszenierten Selbstbildnissen über die Darstellung der Künstler in Werken anderer Gattungen bis hin zu bloßen Anspielungen. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Produktion der deutschen, schottischen und Lyoner Kunstszenen.

Die Kapitel der Ausstellung

Die Ausstellung gliedert sich in fünf Kapitel (Der Blick des Künstlers – Der Künstler bei der Arbeit – Der Künstler und seine Familie – Der inszenierte Künstler – Der Körper des Künstlers), welche die Typologie des Selbstportraits und dessen Entwicklung im Laufe der Jahrhunderte hinterfragen. Zur Ausstellung erscheint ein wissenschaftlicher Katalog in drei Sprachen (Deutsch, Französisch, Englisch).

Die Besucher und ihre Selbstbildnisse

Parallel zur Ausstellung wurden verschiedene Angebote entwickelt, um das Publikum in das Projekt einzubeziehen. Besonders erwähnenswert ist die digitale Installation des ZKM, die als Abschluss eines Ausstellungsrundgangs die Besucher dazu auffordert, Autoportraits zu knipsen. Die Bilder werden anschließend automatisch ausgewählt und zu einem riesigen Portrait zusammengefügt. Im Rahmen dieses Projekts können die Besucher sich sogar auf Internet und den sozialen Netzwerken an der Ausstellung noch weiter beteiligen.


Me, myself and I

Diese speziell für Schulklassen ab elf Jahren konzipierte Führung wird auf Anmeldung während der ganzen Ausstellungszeit angeboten. Sie wurde in Zusammenarbeit mit dem ZKM entwickelt und beinhaltet einen Besuch des Mediationsraums, in welchem die in verschiedenen Workshops entstandenen Werke ausgestellt werden.

Am 14. und 15. Mai 2016 finden im Museum Workshops unter der Anleitung von Künstlern aus den drei Partnerländern statt. Die Teilnehmer (Jugendliche ab vierzehn Jahren) werden unter Mitwirkung von Lehrkräften anhand eines auf sozialen Netzwerken stattfindenden Selfie-Wettbewerbs ausgesucht. Die im Rahmen dieser Workshops entstandenen Werke sollen anschließend im Mediationsraum ausgestellt werden.

Freitagnachmittags sowie während der Schulferien können die jüngeren Besucher dank spezieller Workshops und Führungen die Ausstellung aktiv und spielerisch erleben.

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